Fotos von Mbuya Island
Nach unserer Rückkehr nach Dar gingen wir am Abend in einen der zahlreichen indischen Tempel, nahmen an einer Zeremoni zu Ehren Kalis teil und wohnten hiernach einem farbenprächtigen traditionellen Tanz aus dem Bundesstaat Gujarat teil, der zum Navrati-Fest mit und ohne Stöcke getanzt wird. Ein sehr exotisches Fest für Daniel, und weniger exotisch für die leidende Richa!
That evening, slightly rested and recovered from the sunburn, we decided to walk around the Indian street in search of food. Fortunately (or unfortunately, depending on who’s talking) we found ourselves walking past a crowded Gujarati temple, all lighted up and dressed up for Navratri. So of course Daniel insisted we join the party, and the unfortunate Richa found herself, after years of dodging temples, in the middle of an aarti (prayer) in celebration of Kali (8-armed Hindu goddess of war). Being an honest person, she also feels it incumbent upon her to admit this visit, though she knows it will disappoint and sorrow her wise old father, as rabid an atheist who ever told anti-God-jokes. Things looked up after the aarti, with everyone beautifully dressed in colourful ghaghras and saris, joining in the traditional Gujrati dances of garba and dandiya (danced with sticks).
Kunduchi Beach, rund 35 km nördlich von Dar gewann unsere Ausschreibung als zu wählende Stranddestination, da es ausreichend See, Sonne, Sand und Korallenriffe für unsere Bedürfnisse bereit halten sollte. So be- und entstiegen wir ein, bzw. einem Daladala, liefen zum Strand und überprüfen hektisch unsere Landkarte, ob wir nicht irgendwo eine falsche Abbiegung genommen hatten und nunmehr im Paradies gelandet waren! An dieser Stelle sollen Worte schweigen und die Bilder für sich selber sprechen!
All dies fanden wir in einem kleinen Imbiss am Neuen Markt, der aus einem Raum, der schätzungsweise viereinhalb Meter tief und zweieinhalb Meter breit war, bestand. Der Raum war an der Stirnseite offen und ging auf die Straße hinaus. Auf dem mit Wellblech überdeckten Teil des als Bürgersteig zu bezeichnenden Streifens Beton vor dem Haus standen mehrere kleine Kohleöfen, auf denen verschiedene Töpfe und Pfannen mit den zu servierenden Delikatessen kochten und brieten. Im Raum, dessen Wände mit hellblauen Kacheln bedeckt waren, standen auf dem grauen Betonboden in zwei Reihen einfache Holztische mit je zwei niedrigen Holzbänken zu beiden Seiten der Tische, die längs im Saal dessen gesamte Tiefe ausmaßen. Hier setzten wir uns und bestellten Chai, Uji und Chapati. Alles war vorzüglich, kostete uns 900 Tsh (Tansanische Schilling ≈ 0,70 €) und die Gesellschaft war umsonst. Auf der Bank gegenüber aßen drei Massai-Krieger in traditioneller Kleidung, dem Hirtenstock und ihrer deutlich von den anderen Stämmen unterscheidbaren Physiognomie ihre morgendliche Fischsuppe. Angehörige der Massaistämme sind weit größer als andere Volksstämmige, haben einen sehr länglichen Kopf, oft mit einem deutlich hervortretenden Stirnknochen. Außerdem tragen sie in den Ohrläppchen große Schmuckstücke, an den Armen, Füßen und am Hals perlenartige Ketten und sind im Űbrigen in rote oder purpurfarbene Stoffkutten gekleidet.
Außerdem waren zwei Jugendliche mit schwarzen Basecaps, zwei ältere Herren mit muslimischen Kopfbedeckungen und ein bis zwei Arbeiter in dem gastromomischen und szenischen Kleinod.
Hamisi war der einizige, der eine spontane Abneigung gegen uns entwickelte und in Weinkrämpfe ausbrach, wenn er uns sah. Er war auch nicht durch das würdeloseste Grimassenschneiden, Pfeifen, Verstecken spielen oder anderen Aktivitäten zu gewinnen, die uns die ungeteilte Zuneigung von Kleinkindern auf dem ganzen Globus gesichert hat.
Im Hause Asmas wurde uns nach dem Aufwachen Frühstück serviert, obwohl wir in unserem besten Suahli mehrfach darauf bestanden hatten, nicht extra für uns Essen zuzubereiten, während der Rest der Familie wegen Ramadan fastete. Danach gingen wir mit German, um die Stadt zu „checki“ oder rafiki (Freunde) zu „checki“ oder einfach nur um rumzulaufen.
Einfach nur herumzulaufen konnte dabei für zwei Nicht-Afrikaner von besonderem Zauber und Vernügen sein! Insbesondere wenn wir auf unserem Weg zu unserem Abendessen, das wir allabendlich bei Germans Bruder Juma zu Hause einnahmen, durch die Dörfer gingen und das letzte, gelbe Sonnenlicht, das langsam dem Ergrauen der Dämmerung wich, die traditionellen Lehmhütten und Palmzäune mit den sie umgebenden Bananen-, Papaya- und Mangobäumen in seinem warmen, freundlichen Licht erleuchtete. Die Stimmung war durch eine Ruhe geprägt, in der Familien am Ende des Tages nach getaner Arbeit nach Hause zurückkehren. Insbesondere Muslime konnten sich nun auf den ersten süßen Tee seit den frühen Morgenstunden freuen –denn es war ja Ramadan – und bald darauf auf ihre erste richtige Mahlzeit des Tages.
Die Luft war erfüllt vom Geruch von Kohleherden, die in jedem Haus und Hof stehen und im Privaten wie in Restaurants zum Kochen verwendet werden. Es ist ein eindeutiger, holzartiger Geruch, dem eine gewisse Gemütlichkeit innewohnt. Und er passt so gut in diese stille, ruhige, abendliche Stimmung, durch die wir zu Fuß glitten wie durch einen Film.
Juma ist Fischer und wohnt mit seiner (Beinahe)Ehefrau Mama Bakari in einer kleinen, einräumigen Hütte. Dort aßen wir jeden Abend mit German und Juma von einem gemeinsamen Teller mit der Hand, nachdem wir Bismillah gesagt und unsere Hände mit einem Krug über einer Schüssel gewaschen hatten, Ugali oder Manioc oder Kokusnussreis mit frischem Fisch aus Jumas Fang (!), alles aufs Leckerste zubereitet von Mama Bakari.
Das sehr reichhaltige und stets äußert schmackhaft Abendessen war gefolgt von Stunden des Quatschens mit Juma und German, die uns interessante Einblicke in die tansanische Politik und Kultur vermittelten. So erfuhren wir unter anderem, was die sozialistischen Politiken von Nyerere und Kikwete für die tatsächliche Praktikabilität von Preisen bedeutete, und was ein Junge tun muss, der ein Mädchen heiraten will. In diesem Fall muss er nämlich einen Brief an den Vater schicken, der sein Begehren und Tsh 10.000 (ca. 6 EUR) enthält. Dann fragt der Vater das Mädchen, ob es den Freienden wolle. Falls die Antwort ja ist und auch der Vater keine prinzpiellen Einwände hat, trägt erst er, dann die Mutter, dann die Zuvermählende, dann die Brüder, dann die Großeltern in eine Liste, welchen Geldbetrag sie für die Freigabe des Mädchens erhalten möchten. Dieses Geld (und das Geld für die Hochzeitsfeierlichkeiten) sind sodann vom Bräutigam zu erbringen!
Unser vorher beinahe inexistentes Suaheli wuchs um ein Vielfaches während dieser Unterhaltungen. An einigen Abenden gab sich Richa als „gute indische Frau“ und lernte von Mama Bakari wir man Kokusnussreis kocht und half ihr beim Abwasch. Mama Bakari und Juma stellten, da sind wir uns einig, das Highlight unser Zeit in Bagamoyo dar. Ein Paar, das einfacher, liebenswürdiger, mit beiden Beinen auf der Erde stehender, großzügiger und gastfreundlicher ist, ist schwer zu finden.
We accepted. The next morning, before meeting with German, who was to take us to Asma’s house, we decided to have breakfast at a local place, close to the New Market. And this turned out to be a great decision! Since arriving in all along its front. Tin-roofed, the small pavement in front of the tea shop was taken up by small coal-burning stoves, over which pots and pans bubbled and sizzled merrily. Inside the shack, blue tiled walls and a grey concrete floor enclosed two rows of long, wooden tables, each flanked by two low wood benches, the table and benches running the depth of the shack. Here we each found room on a bench and ordered chai, uji and chapati. (For the record, the African way of making chapati involves a lot more frying in oil than the Indian. And of course, it tastes correspondingly yummier!) All together, our breakfast came to 900 Tanzanian shilling (approximately 0.80 USD). The company came gratis! Opposite us, three Masaai warriors in traditional clothes were involved in their morning fish soups. Not just the
clothes, but their physiognomy clearly distinguishes Masaai from the other locals – much taller than the average African (most Masaai are 6 feet tall!), with a long face, high cheekbones, a prominent forehead. Often clad in the traditional, loose, red or purple cotton clothes, they wear large pieces of bead jewelry around their arms, ankles and throat. Other than our Masaai co-breakfasters, we shared the space with two teenagers with black baseball caps, two older men with round, white Islamic caps and two workers on their way to the fields or factory. All in all a gastronomic and scenic delight!
After our exotic breakfast, we met German and strolled to Asma’s place. Having visited, lunched deliciously on more ugali and samaki, chatted with Asma’s family as much as we could in their limited English and our more than limited Swahili, we somehow ended up invited to stay with the family for the rest of our time in Bagamoyo! And then followed five FUN days of staying with Asma’s family (consisting of her father – a judge or some other high administrative official in Bagamoyo politics, an extremely kind and hospitable mother, two of her three brothers (the oldest brother being away from home, working as a manager in a hotel in Dar), little sister Dera and the little baby (who took an instant dislike to us, crying within minutes every time he saw us and could not be won over, despite much playing hide and seek, crooning, whistling, and making faces, actions that have usually won us the undying affection and favour of little children across the globe). We’d wake up in the morning, breakfast at Asma’s (despite begging the mother, in our very best Swahili, to not specially prepare breakfast for us in a houseful of people fasting for Ramadan!), and then go out with German to “checki” the town, “checki” his rafiki (friends) and generally walk around. Just walking around could be kind of magic and a real excitement for two non-Africans, too. Especially when we headed for dinner which was always at the little one-room hut of German’s brother Juma, a fisherman, eating (out of a common plate, and after saying Bismillah) ugali, or cassava, or coconut rice along with fresh fish from his catch, all deliciously prepared by his wife, Mama Bakari. On our way to Juma’s house the last beams of sunlight lit the scenery in the warm, yellow light of the evening sun which faded into the gentle
greyness of dusk. We walked through settlements of traditional clay huts with surrounding banana and papaya trees and a calm atmosphere of people having got home after a long day’s work. In particular Muslims could look forward to their first sweet, hot chai since the early morning hours and their first meal of the day – because it was still Ramadan. And the air was filled with a dense smell of charcoal, a unique, slightly wooden odour that carries a certain cosiness. And this smell fit so well into the calm, silent, vespertine mood through which we glided like through a dream.
The abundant and always extremely tasty dinner was followed by hours of chatting with Juma and German, getting a completely new perspective on Tanzanian politics (what the socialist policies of Nyerere and Kikwete mean on the real practicality of prices!), culture (how a boy must write a letter enclosing Tsh 10,000 (approx. 8 USD) to the father of the girl he wants to marry and how the subsequent bride price is negotiated) and increasing our practically non-existent Swahili by nearly fourfold. And sometimes with Richa (whom we know to be a good little Indian girl), learning to cook coconut rice and helping Mama Bakari wash the dishes. Mama Bakari and Juma remain, I think, the highlights of our time in Bagamoyo. A kinder, simpler, more down-to-earth, welcoming, generous, hospitable couple it would be difficult to find.
In Bagamoyo angekommen fanden wir ein Hotel („Gesti“ in Suahli), ließen unser Gepäck dort und machten uns daran, die Stadt zu erkunden. Die Stadt ist dabei nicht als Stadt zu bezeichnen; sie ist ein Dorf. Eine einzige asphaltierte Straße läuft parallel zum Strand am Ortsrand entlang. Der Ort und die umherliegenden Dörfer, in die Bagamoyo nahtlos übergeht und mit denen es zu verschmelzen scheint, sind von roten Lehm-Staubpisten durchzogen. Im so genannten Zentrum der Stadt finden sich einige steinerne Buden, während außerhalb des Kerns die meisten Hütten in traditioneller Bauweise errichtet sind. Dabei wird eine doppelte Struktur aus dünnen Holzstämmen und Zweigen geschaffen, in deren Zentrum eine Mischung aus Stroh und Lehm gefüllt wird; das Dach wird in der Regel mit Reet oder Matten aus Bananenblättern gedeckt. Das einzige zweistöckige Gebäude, das wir während unseres Aufenthalts gesehen haben, war die Polizeistation. Der Rest ist einstöckig.
Vom ersten Augenblick an hatten wir beide ein sehr gutes Gefühl in Bagamoyo. Es erschien uns als das authentischere, echtere, genuinere Tansania. Und das sollte es für uns auch werden.
Und dann begann das richtige Abenteuer.
We found a hotel (gesti, in Swahili), and leaving our bags, set out to explore the town. There is only one asphalted road, parallel to the beachfront along one end of the town. For the rest, the place and the neighbouring villages in which Bagamoyo seems to melt seamlessly, are interspersed by red coloured dust roads. In the so called ‘city centre’ there are simple stone buildings while outside the inner core of Bagamoyo, most of the huts are erected in the traditional manner. This involves a structure of thin branches and stems of eucalyptus and other trees, filled in and padded with a mixture of clay and straw, with roofs made of reed or coconut mats. The only 2-story building we saw during our stay was the police station – the rest is one-story only! From the moment we set our foot out of the daladala, we had a good feeling about the town. It seemed more authentic, genuine, more
Während der ersten Tage liefen wir in Dar umher und klapperten die Sehenswürdigkeiten der Stadt ab, wie die Old Boma -der alte Verwaltungssitz von Deutsch-Ostafrika-, die Deutsch-Lutheranische Kirche mit fantastischen Ausblicken auf den Hafen, die die Reiseführer zu erwähnen vergaßen, und den farbenreichen, geschäftigen Kariakoo-Markt, auf dem wir viel frisches Obst kauften, tüchtig handelten und unsere Suahli-Kenntnisse erstmals richtig anwenden konnten. Außerdem machten wir dort die Bekanntschaft von Magnullah Mousa Magnullah. Magnullah arbeitete auf dem Markt und wollte mit uns einen Tee trinken gehen. Also aßen wir mit ihm in einem ‚Loch in der Wand’ für rund 1 EUR (alle zusammen) etwas, und er brachte uns ein paar weitere Brocken Suaheli bei. Außerdem bot er an, uns in der Peripherie von Dar herumzuführen. Wenn wir uns entscheiden sollten, sein Angebot anzunehmen, können wir an bestimmten Marktständen des Kariakoo-Markts nach ihm suchen, wo ihn jeder kenne. Bisher sind wir jedoch noch nicht auf sein Angebot zurückgekommen.
In Dar gibt es eine immense indische Community. An unserem zweiten Tag in der Stadt trafen wir gleich ein paar Menschen aus Puna (bei Bombay und dort, wo Richas Eltern wohnen), die einen kleinen Lebensmittelladen an der Ecke unseres Hotels haben. Diese luden uns ein, gemeinsam mit ihnen auf ein indisches Fest zu kommen. Diese Einladung nahmen wir an und verbrachten den Abend mit gutem indischen Essen, viele neuen Freunden J und Bhangra tanzen. Sehr amüsant, zumal außer Daniel weder andere Bleichgesichter, noch Afrikaner zugegen waren. Daniels herausragende Körpergröße bescherte uns zudem einige weitere Freunde, da er sich (als einziger) dazu eignete, am Ende des Festes die hochhängende Dekoration von der Decke zu holen!