Nach unserem Abendessen aus frischen Avocados und anderen leckeren Früchten gingen wir zeitig zu Bett und erwachten am nächsten Morgen früh, um samt unserer Habseligkeiten zum Touristenbüro zu gehen. Dort wartete auch Yassin, unser Tourguide auf uns und wenig später brachen wir zu Fuß auf. Wir hatten geplant, von Mtae und dem schönen Wald direkt nach Arusha zurückzukehren, weshalb wir unsere vollen Rucksäcke zunächst fast vier Stunden umhertrugen. Denn zunächst wanderten wir zum Irente-Aussichtspunkt, der 1000 m über der Massai-Steppe gelegen ein wunderschönes Panorama über diese bieten soll. Als wir jedoch dort ankamen, lag alles in dicken, weißen Wolken, die nicht den leisesten Hauch eines Ausblicks ermöglichten.

Gleichwohl war der Weg dorthin entlang nebligen Feldern, mit vereinzelten Feldarbeitern, die wir, d.h. Yassin, nach den angebauten Früchten und dem Kilopreis derselben befragte, von besonderem Reiz. Mit dem dichten Nebel über den Feldern kam uns die Gegend wie eine verwunschene Märchenlandschaft vor.

Wir machten gen Mittag Pause und aßen leckeres Roggenbrot mit Tomaten, Gurken und Zwiebeln und rosafarbene Bananen, bevor wir auf einem anderen Weg nach Lushoto zurückkehrten und dort einen Bus nach Mtae nahmen. Die ungefähr dreistündige Fahrt wird im Reiseführer als holperiste Strecke Tansanias bezeichnet. Und das wohl zurecht! Wir hüpften von Schlagloch zu Schlagloch, vorbei an wunderschönen Berg- und Hügellandschaften, an winzigen Feldern an steilen Hängen und kleinen Ansammlungen von Hütten und Kühställen.


Schließlich kamen wir in Mtae an, auf 1800 m am Ende der Straße und am nördlichen Rand der Usambara-Berge auf einem Kamm gelegen, zu dessen nordwestlicher Seite eine gedehnte lehmbraune Steppe mit dem Kalimawe-See und dahinter den Pare-Bergen lag und zu dessen südöstlicher Seite Täler und Bergketten der östlichen Usambara-Berge grün leuchteten. Es war fünf Uhr am Nachmittag, als wir ankamen und bereichts recht kühl. Wir bezogen zunächst ein Zimmer in einer sehr einfachen Unterkunft. Ein zellenartiges, kleine Zimmer, das einen tollen Ausblick auf das Tal hatte und elektrische Beleuchtung hatte. Letzteres ist hervorzuheben, da das ganze Dorf keinen Strom hatte und nur vereinzelt über Solarzellen Elektrizität vorhanden war. Die Dusche war eine 1x1 m großer Raum mit einem Eimer voll Wasser, in den Abends warmes Wasser von einem auf einem Kohlefeuer stehenden großen Kessel gefüllt wurde, und dessen Inhalt man sich mit einem kleinen Plastikkrug über Rumpf und Rübe goss.


Nachdem wir unsere Jacken angezogen hatten, liefen wir auf der Kammstraße entlang und hatten traumhafte Ausblicke auf den Sonnenuntergang, spektakuläre Blicke in die zu beiden Seiten gelegenen Täler und um uns herum eine bezaubernde Atmosphäre, vom Ende der Welt. Wegen solcher Augenblicke und Eindrücke lohnt das Reisen!








Nach einem reichhaltigen Mahl mit Reis, Bohnen und Rindfleisch gingen wir früh zu Bett, denn am nächsten Morgen sollte der Shagayu-Dschungel durchwandert und bezwungen werden.

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