Zurück in Dar hatten wir einen sehr netten Abend mit Freunden von Freunden von unserem Freund Prashant in New York – so funktionieren Netzwerke :-)

Mike und Katarina nahmen uns zu ihrem Lieblingsrestaurant für gegrilltes Huhn mit, gefolgt von einem Bier in einer Bar, die bei Tage ein Lebensmittelladen in einem Kontainer ist und bei Nacht eine kleine Ansammlung von Plastiktischen und –stühlen mit Bierausschank. Früh am nächsten Morgen machten wir uns dann auf nach Arusha. Eine angenehme, wenn auch recht lange Busfahrt durch Masaai-Gebiete und wenig bekannte Orte, die das ‚richtige’ Tansania sind.

Und schließlich gelangen wir nach Arusha und zum Luxus von Archies wunderschönem Haus. Archie ist der Freund von unserer Freundin Wambui in New York. Er hat einen US-amerikanischen und einen liberianischen Pass und arbeitet seit einigen Jahren am UN-Kriegsverbrechertribunal für Rwanda, dessen Hauptsitz in Arusha ist. Er hat ein wunderschönes Haus mit einem Garten voller Rosen und anderer schöner Blumen und einem bis an Daniels Brust reichenden Rosmarinbusch! Vom großen hölzernen Esstisch hat man einen wunderschönen Blick in den bunten Garten und oft schweben Kolibris an den vor dem Fenster hängenden Blüten.

Besonders beeindruckt haben uns die Möbel im Wohnzimmer. Denn diese sind aus einer Dhau, einem arabischen Segelschiff gefertigt. Archie ist zu diesem Zweck an die Küste nach Dar es Salaam gefahren, hat von Fischern ein altes, nicht mehr seetaugliches, hölzernes Segelschiff gekauft, es auf einem Hänger nach Arusha gebracht und hier in eine Couch, zwei Sessel und einen niedrigen, aber nicht kleinen Couchtisch umarbeiten lassen. Die Platte des Tisches zum Beispiel ist aus einem Teil des Dhaubodens. Und in allen Teilen sind kleine Löcher und Anzeichen des ehemaligen Lebens der Gegenstände. Dabei ist das Holz enorm dick und schwer und es ist absehbar, dass diese Möbel noch viele Generationen halten werden!


Wir haben hier ein sehr schönes Zimmer bezogen mit eigenem Badezimmer und einige Tage erst einmal ausgespannt und vor allem viel geschlafen. Vom Zimmer unseres Zimmers können wir Mount Meru,

Tansanias zweit höchsten Berg und den kleinen Bruder und Nachbarn vom Kilimanjaro sehen. Außerdem hatten wir erstmals ständig vorhandenen Zugang zu einem Computer und dem Internet, so dass wir uns daran machten, die ersten unserer erlebten Abenteuer im Blog zu schreiben, den Ihr gerade lest.

In Arusha verbrachten wir zehn Tage ruhige Tage. Wir trafen M.P. und Priya wieder, Richas Freunde, die wir schon eine Woche zuvor in Dar gesehen hatten, und gingen mit ihnen Äthiopisch essen, wobei Richa von einem Papagei gebissen wurde, weil sie darauf bestand, ihn streicheln zu wollen, obwohl der arme Vogel nur in Ruhe gelassen werden wollte, um seine Singvogel- und Katzenimitationen von sich zu geben. Einmal kochten wir für Archie, Priya und M.P., wobei ernsthafte Hürden zu bewältigen waren, denn zunächst war kein Krumen Gorgonzola in der Stadt aufzutreiben, dann teilte uns die Haushälterin von Archie mit, dass beide vorhandenen Backöfen nicht funktionierten –und wir für 2/3 unserer Speisen aufs Backen angewiesen waren, und zuletzt das Öl vollkommen ausging und unsere Gäste gleich nach ihrer Ankunft zum Ölkaufen geschickt wurden. Zwischen einigen Tages des Aus- und Entspannens informierten wir uns auch bei diversen Safarianbietern nach deren Preisen und verbrachten zwei Freitagabende Salsa tanzend im „La Fiesta“.

Ein Höhepunkt unseres Aufenthaltes stellte Samstag, der 27. Oktober dar, an dem wir Archie zu den ICTR-Feierlichkeiten anlässlich des UN-Tages folgten. Daniel bezwang um ein Haar den Lokalmatador im Tischtennis und wir gewannen ein UN-T-Shirt als bestes Tanzpaar, was unter anderem dadurch bedingt gewesen sein mag, dass keiner der anderen Tänzer das Alter von sieben Jahren überschritt.

Ganz im Rythmus des Entspannens verbrachten wir Nachmittage damit, Dame zu spielen, bis Richa fand, dass sie nie gewinne, und Domino, wovon eines unserer brillianten Arrangements als Video auf diesem Blog nachzuverfolgen ist, wenn wir rausbekommen sollten, wie man Videos einstellt.


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